{"id":212,"date":"2025-06-10T00:00:00","date_gmt":"2025-06-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/sportliche-erholung-ist-genauso-wichtig-wie-das-training-selbst\/"},"modified":"2025-06-10T00:00:00","modified_gmt":"2025-06-10T00:00:00","slug":"sportliche-erholung-ist-genauso-wichtig-wie-das-training-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/sportliche-erholung-ist-genauso-wichtig-wie-das-training-selbst\/","title":{"rendered":"Sportliche Erholung ist genauso wichtig wie das Training selbst"},"content":{"rendered":"<p>Im Streben nach sportlicher H\u00f6chstleistung wird oft ein entscheidender Faktor \u00fcbersehen: die Erholung. W\u00e4hrend viele Athleten und Fitnessenthusiasten sich auf intensive Trainingseinheiten konzentrieren, ist die Zeit zwischen den Workouts ebenso wichtig f\u00fcr den Erfolg. Die Regeneration des K\u00f6rpers spielt eine zentrale Rolle bei der Leistungssteigerung, Verletzungspr\u00e4vention und langfristigen Gesundheit. Doch wie genau funktioniert dieser Prozess und welche Strategien k\u00f6nnen eingesetzt werden, um die Erholung zu optimieren?<\/p>\n<h2>Physiologische Grundlagen der sportlichen Regeneration<\/h2>\n<p>Die sportliche Regeneration ist ein komplexer physiologischer Prozess, bei dem sich der K\u00f6rper von den Belastungen des Trainings erholt und anpasst. W\u00e4hrend dieser Phase finden zahlreiche Reparatur- und Aufbauprozesse statt, die f\u00fcr die Leistungssteigerung unerl\u00e4sslich sind. Der K\u00f6rper baut Muskelgewebe auf, f\u00fcllt Energiespeicher wieder auf und stellt hormonelle Gleichgewichte wieder her.<\/p>\n<p>Ein zentraler Mechanismus der Regeneration ist die sogenannte Superkompensation. Dabei passt sich der K\u00f6rper an die Trainingsreize an, indem er sich \u00fcber das urspr\u00fcngliche Leistungsniveau hinaus entwickelt. Diese Anpassung erm\u00f6glicht es Athleten, ihre Leistung kontinuierlich zu steigern. Ohne ausreichende Erholung kann dieser Prozess jedoch nicht optimal ablaufen, was zu Stagnation oder sogar Leistungseinbussen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Die Dauer und Intensit\u00e4t der ben\u00f6tigten Regeneration h\u00e4ngen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Trainingsintensit\u00e4t, dem Fitnesslevel des Athleten und der Art der Belastung. Ausdauertraining erfordert beispielsweise andere Regenerationsstrategien als Krafttraining oder hochintensive Intervalle.<\/p>\n<h2>Aktive vs. passive Erholungsstrategien im Leistungssport<\/h2>\n<p>Im Leistungssport werden sowohl aktive als auch passive Erholungsstrategien eingesetzt, um die Regeneration zu optimieren. Aktive Erholung beinhaltet leichte k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4ten, die den Stoffwechsel anregen und die Durchblutung f\u00f6rdern. Passive Erholung hingegen konzentriert sich auf Ruhe und Entspannung, um dem K\u00f6rper Zeit f\u00fcr tiefgreifende Reparaturprozesse zu geben.<\/p>\n<p>Aktive Erholungsstrategien k\u00f6nnen besonders effektiv sein, um Muskelkater zu reduzieren und die Leistungsf\u00e4higkeit schneller wiederherzustellen. Sie f\u00f6rdern den Abtransport von Stoffwechselendprodukten und verbessern die N\u00e4hrstoffversorgung der Muskulatur. Passive Erholung ist hingegen wichtig f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Regeneration des Nervensystems und die Wiederherstellung der hormonellen Balance.<\/p>\n<h3>High-Intensity Interval Recovery (HIIR) nach Tabata-Methode<\/h3>\n<p>Eine innovative Form der aktiven Erholung ist das High-Intensity Interval Recovery (HIIR) nach der Tabata-Methode. Diese Technik beinhaltet kurze, intensive Belastungsphasen, gefolgt von kurzen Erholungspausen. HIIR kann die Regeneration beschleunigen, indem es die Durchblutung stark anregt und den Stoffwechsel aktiviert. Studien zeigen, dass diese Methode besonders effektiv sein kann, um die Erholung nach intensivem Training zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<h3>Kryotherapie und Eiswannentechnik im Spitzensport<\/h3>\n<p>Kryotherapie, insbesondere in Form von Eiswannen, hat sich im Spitzensport als beliebte Regenerationsmethode etabliert. Die Anwendung von K\u00e4lte kann Entz\u00fcndungsreaktionen reduzieren, Muskelschmerzen lindern und die Erholung beschleunigen. Eiswannen werden oft unmittelbar nach intensiven Trainingseinheiten oder Wettk\u00e4mpfen eingesetzt, um den Regenerationsprozess zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Allerdings ist die Wirksamkeit von Kryotherapie nicht unumstritten. Einige Experten argumentieren, dass die Unterdr\u00fcckung von Entz\u00fcndungsreaktionen durch K\u00e4lte m\u00f6glicherweise die langfristige Anpassung des K\u00f6rpers behindern k\u00f6nnte. Es ist daher wichtig, den Einsatz von Kryotherapie individuell abzuw\u00e4gen und in ein ganzheitliches Regenerationskonzept einzubetten.<\/p>\n<h3>Kompressionskleidung: Wirkung auf Muskelregeneration und Leistung<\/h3>\n<p>Kompressionskleidung erfreut sich zunehmender Beliebtheit unter Athleten, die ihre Regeneration optimieren m\u00f6chten. Diese eng anliegende Sportbekleidung soll durch erh\u00f6hten Druck auf die Muskulatur die Durchblutung verbessern und den Abtransport von Stoffwechselendprodukten f\u00f6rdern. Einige Studien deuten darauf hin, dass Kompressionskleidung tats\u00e4chlich die Muskelregeneration unterst\u00fctzen und die subjektive Wahrnehmung von Muskelkater reduzieren kann.<\/p>\n<p>Die Wirkung von Kompressionskleidung auf die tats\u00e4chliche Leistungsf\u00e4higkeit ist jedoch weniger eindeutig. W\u00e4hrend einige Athleten von verbesserten Leistungen berichten, konnten wissenschaftliche Untersuchungen bisher keine signifikanten Leistungssteigerungen nachweisen. Dennoch kann Kompressionskleidung als Teil einer umfassenden Regenerationsstrategie durchaus sinnvoll sein, insbesondere wenn sie das subjektive Wohlbefinden und die Erholung des Athleten f\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>Aktive Dehnung vs. Foam Rolling: Vergleich der Effektivit\u00e4t<\/h3>\n<p>Sowohl aktives Dehnen als auch Foam Rolling sind beliebte Methoden zur F\u00f6rderung der Muskelregeneration und Verbesserung der Beweglichkeit. Aktives Dehnen beinhaltet dynamische Streckbewegungen, die die Muskulatur auf nat\u00fcrliche Weise dehnen und die Durchblutung f\u00f6rdern. Foam Rolling hingegen nutzt eine Schaumstoffrolle, um Muskeln und Faszien zu massieren und Verspannungen zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Studien zeigen, dass beide Methoden positive Effekte auf die Muskelregeneration haben k\u00f6nnen. Foam Rolling scheint besonders effektiv zu sein, um Muskelkater zu reduzieren und die Beweglichkeit kurzfristig zu verbessern. Aktives Dehnen kann hingegen die Flexibilit\u00e4t langfristig steigern und das Verletzungsrisiko senken. F\u00fcr optimale Ergebnisse empfehlen Experten oft eine Kombination beider Methoden, angepasst an die individuellen Bed\u00fcrfnisse des Athleten.<\/p>\n<h2>Ern\u00e4hrungsstrategien zur Optimierung der Erholung<\/h2>\n<p>Die richtige Ern\u00e4hrung spielt eine entscheidende Rolle bei der sportlichen Regeneration. Eine ausgewogene und auf die Bed\u00fcrfnisse des Athleten abgestimmte Ern\u00e4hrung kann die Erholung beschleunigen, die Muskelreparatur unterst\u00fctzen und die Energiespeicher wieder auff\u00fcllen. Dabei kommt es nicht nur auf die Zusammensetzung der Nahrung an, sondern auch auf das Timing der Mahlzeiten.<\/p>\n<h3>Timing und Zusammensetzung der post-workout Mahlzeit<\/h3>\n<p>Die post-workout Mahlzeit ist von besonderer Bedeutung f\u00fcr die Regeneration. In den ersten 30 bis 60 Minuten nach dem Training ist der K\u00f6rper besonders aufnahmef\u00e4hig f\u00fcr N\u00e4hrstoffe. Eine ideale post-workout Mahlzeit sollte sowohl Kohlenhydrate als auch Proteine enthalten. Die Kohlenhydrate dienen dazu, die Glykogenspeicher in den Muskeln wieder aufzuf\u00fcllen, w\u00e4hrend die Proteine f\u00fcr die Reparatur und den Aufbau von Muskelgewebe ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Ein optimales Verh\u00e4ltnis von Kohlenhydraten zu Proteinen liegt bei etwa 3:1 bis 4:1. Beispiele f\u00fcr geeignete post-workout Mahlzeiten sind ein Protein-Smoothie mit Banane und Beeren, Vollkornbrot mit H\u00fchnchenbrust oder eine Portion Quinoa mit gegrilltem Fisch und Gem\u00fcse. Es ist wichtig, die Mahlzeit individuell an die Trainingsintensit\u00e4t und die pers\u00f6nlichen Ziele anzupassen.<\/p>\n<h3>Hydratationsprotokoll nach intensiven Trainingseinheiten<\/h3>\n<p>Die Wiederherstellung des Fl\u00fcssigkeitshaushalts ist ein oft untersch\u00e4tzter Aspekt der sportlichen Regeneration. Dehydration kann die Erholung erheblich beeintr\u00e4chtigen und zu verminderter Leistungsf\u00e4higkeit f\u00fchren. Ein effektives Hydratationsprotokoll nach intensiven Trainingseinheiten ist daher unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Experten empfehlen, nach dem Training etwa 1,5-mal so viel Fl\u00fcssigkeit zu sich zu nehmen, wie w\u00e4hrend des Trainings verloren wurde. Ein einfacher Weg, den Fl\u00fcssigkeitsverlust zu bestimmen, ist das Wiegen vor und nach dem Training. F\u00fcr jeden verlorenen Kilogramm sollten etwa 1,5 Liter Fl\u00fcssigkeit konsumiert werden. Neben Wasser k\u00f6nnen auch elektrolythaltige Getr\u00e4nke sinnvoll sein, um den Verlust von Mineralstoffen auszugleichen.<\/p>\n<h3>Supplementierung mit BCAA und Glutamin: Evidenzbasierte Anwendung<\/h3>\n<p>Die Supplementierung mit verzweigtkettigen Aminos\u00e4uren (BCAA) und Glutamin wird oft als Strategie zur Verbesserung der Regeneration diskutiert. BCAAs, insbesondere Leucin, spielen eine wichtige Rolle bei der Proteinsynthese und k\u00f6nnen m\u00f6glicherweise den Muskelabbau w\u00e4hrend intensiver Trainingsperioden reduzieren. Glutamin ist die am h\u00e4ufigsten vorkommende Aminos\u00e4ure im K\u00f6rper und wird oft mit einer verbesserten Immunfunktion und Regeneration in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>Studien zur Wirksamkeit dieser Supplemente zeigen gemischte Ergebnisse. W\u00e4hrend einige Untersuchungen positive Effekte auf die Muskelregeneration und Leistungsf\u00e4higkeit nachweisen konnten, fanden andere keine signifikanten Vorteile. Die evidenzbasierte Anwendung von BCAA und Glutamin sollte daher individuell und in Absprache mit Ern\u00e4hrungsexperten erfolgen. F\u00fcr die meisten Athleten ist eine ausgewogene, proteinreiche Ern\u00e4hrung ausreichend, um den Bedarf an diesen Aminos\u00e4uren zu decken.<\/p>\n<h2>Schlaf als Schl\u00fcsselfaktor der athletischen Regeneration<\/h2>\n<p>Schlaf ist einer der wichtigsten, aber oft vernachl\u00e4ssigten Aspekte der sportlichen Regeneration. W\u00e4hrend des Schlafs finden zahlreiche physiologische Prozesse statt, die f\u00fcr die Erholung und Leistungssteigerung von entscheidender Bedeutung sind. Dazu geh\u00f6ren die Aussch\u00fcttung von Wachstumshormonen, die Reparatur von Muskelgewebe und die Konsolidierung von motorischen F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Studien zeigen, dass Athleten, die regelm\u00e4ssig ausreichend schlafen, nicht nur eine bessere Regeneration, sondern auch verbesserte Leistungen und ein geringeres Verletzungsrisiko aufweisen. Die optimale Schlafdauer variiert individuell, liegt aber f\u00fcr die meisten Erwachsenen zwischen 7 und 9 Stunden pro Nacht. F\u00fcr Leistungssportler kann der Bedarf sogar noch h\u00f6her sein.<\/p>\n<h3>Zirkadianer Rhythmus und Trainingsplanung<\/h3>\n<p>Der zirkadiane Rhythmus, auch als innere Uhr bekannt, spielt eine wichtige Rolle bei der Trainingsplanung und Regeneration. Dieser biologische Rhythmus beeinflusst zahlreiche k\u00f6rperliche Funktionen, einschliesslich der Hormonaussch\u00fcttung, K\u00f6rpertemperatur und Leistungsf\u00e4higkeit. Die Abstimmung des Trainings auf den individuellen zirkadianen Rhythmus kann die Effektivit\u00e4t des Trainings erh\u00f6hen und die Regeneration verbessern.<\/p>\n<p>Viele Athleten erreichen ihre H\u00f6chstleistung am sp\u00e4ten Nachmittag oder fr\u00fchen Abend, wenn die K\u00f6rpertemperatur am h\u00f6chsten ist. Allerdings variiert dies individuell und kann auch durch externe Faktoren wie Arbeitszeiten oder Familienverpflichtungen beeinflusst werden. Eine sorgf\u00e4ltige Analyse des pers\u00f6nlichen Rhythmus und die Anpassung des Trainingsplans k\u00f6nnen dazu beitragen, die optimale Balance zwischen Belastung und Erholung zu finden.<\/p>\n<h3>Schlafhygiene f\u00fcr Leistungssportler: Praktische Umsetzung<\/h3>\n<p>Eine gute Schlafhygiene ist entscheidend f\u00fcr die Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Schlafs. F\u00fcr Leistungssportler, die oft unter hohem Druck stehen und unregelm\u00e4ssige Trainings- und Wettkampfzeiten haben, ist dies besonders wichtig. Einige praktische Tipps zur Verbesserung der Schlafhygiene sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Etablieren Sie eine konsistente Schlafenszeit und Aufwachzeit, auch an Wochenenden.<\/li>\n<li>Schaffen Sie eine dunkle, k\u00fchle und ruhige Schlafumgebung.<\/li>\n<li>Vermeiden Sie blaues Licht von elektronischen Ger\u00e4ten mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen.<\/li>\n<li>Entwickeln Sie ein beruhigendes Abendritual, wie leichtes Stretching oder Meditation.<\/li>\n<li>Vermeiden Sie schwere Mahlzeiten, Koffein und Alkohol in den Stunden vor dem Schlafengehen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Power Napping: Optimale Dauer und Zeitpunkt<\/h3>\n<p>Power Napping kann eine effektive Strategie sein, um die Regeneration zu unterst\u00fctzen und die Leistungsf\u00e4higkeit zu steigern, insbesondere bei Athleten mit hohem Trainingspensum. Die optimale Dauer eines Power Naps liegt zwischen 10 und 30 Minuten. L\u00e4ngere Nickerchen k\u00f6nnen zu Tiefschlafphasen f\u00fchren, aus denen das Aufwachen schwererf\u00e4llt und zu Schlaftrunkenheit f\u00fchren kann. Der ideale Zeitpunkt f\u00fcr ein Power Nap liegt oft zwischen 13 und 15 Uhr, wenn der nat\u00fcrliche Energieabfall im Tagesverlauf eintritt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Athleten, die zweimal t\u00e4glich trainieren, kann ein kurzer Mittagsschlaf zwischen den Trainingseinheiten besonders wertvoll sein. Es ist jedoch wichtig, das Power Napping individuell zu testen und anzupassen, da die Reaktionen darauf von Person zu Person variieren k\u00f6nnen. Einige Athleten f\u00fchlen sich nach einem kurzen Nickerchen erfrischt und leistungsf\u00e4higer, w\u00e4hrend andere m\u00f6glicherweise Schwierigkeiten haben, danach wieder in den Trainingsrhythmus zu kommen.<\/p>\n<h2>Mentale Erholung und Stressmanagement im Wettkampfsport<\/h2>\n<p>Die mentale Erholung ist ein oft untersch\u00e4tzter, aber entscheidender Aspekt der sportlichen Regeneration. Insbesondere im Wettkampfsport, wo Athleten unter hohem Leistungsdruck stehen, kann mentaler Stress die physische Erholung beeintr\u00e4chtigen und die Leistungsf\u00e4higkeit mindern. Effektives Stressmanagement und mentale Erholungsstrategien sind daher unerl\u00e4sslich f\u00fcr den langfristigen Erfolg und das Wohlbefinden von Sportlern.<\/p>\n<h3>Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) f\u00fcr Athleten<\/h3>\n<p>Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) ist eine evidenzbasierte Methode zur Stressreduktion, die zunehmend im Leistungssport eingesetzt wird. MBSR kombiniert Meditation, K\u00f6rperwahrnehmung und Yoga, um Stress abzubauen und die mentale Resilienz zu st\u00e4rken. Studien zeigen, dass regelm\u00e4ssige MBSR-Praxis bei Athleten zu verbesserter Konzentration, erh\u00f6hter emotionaler Regulation und reduzierter Wettkampfangst f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Ein typisches MBSR-Programm f\u00fcr Athleten k\u00f6nnte folgende Elemente beinhalten:<\/p>\n<ul>\n<li>T\u00e4gliche Meditations\u00fcbungen von 10-20 Minuten<\/li>\n<li>Achtsamkeitsbasierte K\u00f6rperwahrnehmungs\u00fcbungen<\/li>\n<li>Integration von Achtsamkeit in sportspezifische Bewegungen und Techniken<\/li>\n<li>Reflexions\u00fcbungen zur F\u00f6rderung eines nicht-wertenden Bewusstseins<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Kognitive Verhaltenstherapie zur Bew\u00e4ltigung von Leistungsdruck<\/h3>\n<p>Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist ein weiterer wirksamer Ansatz zur Bew\u00e4ltigung von mentalem Stress und Leistungsdruck im Sport. KVT hilft Athleten, negative Denkmuster zu erkennen und zu ver\u00e4ndern, die ihre Leistung und Erholung beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Durch die Entwicklung positiver Selbstgespr\u00e4che und realistischer Zielvorstellungen k\u00f6nnen Sportler lernen, mit Druck und R\u00fcckschl\u00e4gen konstruktiver umzugehen.<\/p>\n<p>Einige KVT-Techniken, die sich im Leistungssport bew\u00e4hrt haben, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Gedanken-Stopping: Unterbrechung negativer Gedankenspiralen<\/li>\n<li>Kognitive Umstrukturierung: Umformulierung negativer in positive Gedanken<\/li>\n<li>Visualisierungstechniken: Mentales Training von Wettkampfsituationen<\/li>\n<li>Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung oder autogenes Training<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Biofeedback und Neurofeedback: Anwendung in der Sportpsychologie<\/h3>\n<p>Biofeedback und Neurofeedback sind innovative Technologien, die in der Sportpsychologie zunehmend Anwendung finden. Diese Methoden erm\u00f6glichen es Athleten, physiologische Prozesse wie Herzfrequenz, Muskelspannung oder Gehirnwellen in Echtzeit zu beobachten und zu beeinflussen. Durch gezieltes Training k\u00f6nnen Sportler lernen, diese Prozesse besser zu kontrollieren und somit ihre mentale Erholung und Leistungsf\u00e4higkeit zu verbessern.<\/p>\n<p>Biofeedback kann beispielsweise eingesetzt werden, um die Herzfrequenzvariabilit\u00e4t zu optimieren, was zu einer verbesserten Stressresilienz und schnelleren Erholung zwischen Trainingseinheiten f\u00fchren kann. Neurofeedback hingegen zielt darauf ab, die Gehirnaktivit\u00e4t zu regulieren, um optimale Zust\u00e4nde f\u00fcr Konzentration und Leistung zu erreichen.<\/p>\n<h2>Periodisierung der Erholung im Trainingsplan<\/h2>\n<p>Die Periodisierung der Erholung ist ein entscheidender Aspekt der Trainingsplanung, der oft \u00fcbersehen wird. \u00c4hnlich wie das Training selbst sollte auch die Erholung systematisch geplant und in den Trainingszyklen ber\u00fccksichtigt werden. Eine gut strukturierte Periodisierung der Erholung kann dazu beitragen, \u00dcbertraining zu vermeiden, die Leistungsf\u00e4higkeit zu optimieren und das Verletzungsrisiko zu minimieren.<\/p>\n<p>Bei der Periodisierung der Erholung werden verschiedene Zeitr\u00e4ume ber\u00fccksichtigt:<\/p>\n<ul>\n<li>Kurzfristige Erholung: zwischen einzelnen Trainingseinheiten (Stunden bis Tage)<\/li>\n<li>Mittelfristige Erholung: innerhalb von Trainingswochen oder -bl\u00f6cken (Tage bis Wochen)<\/li>\n<li>Langfristige Erholung: zwischen Trainingsphasen oder Wettkampfperioden (Wochen bis Monate)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein effektiver Ansatz zur Periodisierung der Erholung k\u00f6nnte folgendermassen aussehen:<\/p>\n<ol>\n<li>Integration von aktiven Erholungstagen in den w\u00f6chentlichen Trainingsplan<\/li>\n<li>Planung von Entlastungswochen alle 4-6 Wochen mit reduziertem Trainingsvolumen<\/li>\n<li>Einplanung l\u00e4ngerer Erholungsphasen nach intensiven Wettkampfperioden<\/li>\n<li>Anpassung der Erholungsstrategien an die individuellen Bed\u00fcrfnisse und Reaktionen des Athleten<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Periodisierung der Erholung sollte flexibel sein und regelm\u00e4ssig anhand von Leistungsdaten, subjektivem Wohlbefinden und physiologischen Markern \u00fcberpr\u00fcft und angepasst werden. Durch eine sorgf\u00e4ltige Balance zwischen Belastung und Erholung k\u00f6nnen Athleten ihre Leistungsf\u00e4higkeit nachhaltig steigern und gleichzeitig ihre Gesundheit und Motivation langfristig erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Streben nach sportlicher H\u00f6chstleistung wird oft ein entscheidender Faktor \u00fcbersehen: die Erholung. W\u00e4hrend viele Athleten und Fitnessenthusiasten sich auf intensive Trainingseinheiten konzentrieren, ist die Zeit zwischen den Workouts ebenso wichtig f\u00fcr den Erfolg. 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