{"id":240,"date":"2025-06-10T00:00:00","date_gmt":"2025-06-10T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/inwiefern-beeinflusst-ethische-mode-unseren-konsumstil\/"},"modified":"2025-06-12T15:21:36","modified_gmt":"2025-06-12T15:21:36","slug":"inwiefern-beeinflusst-ethische-mode-unseren-konsumstil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/inwiefern-beeinflusst-ethische-mode-unseren-konsumstil\/","title":{"rendered":"Inwiefern beeinflusst ethische Mode unseren Konsumstil?"},"content":{"rendered":"<p>Der Wandel in der Modeindustrie hin zu ethischen Praktiken ver\u00e4ndert nicht nur die Art und Weise, wie Kleidung hergestellt wird, sondern auch wie wir als Verbraucher sie konsumieren. Ethische Mode stellt traditionelle Produktions- und Konsummuster in Frage und fordert uns auf, unsere Beziehung zu Kleidung neu zu definieren. Diese Bewegung geht weit \u00fcber den blossen Kauf von \u00d6ko-Textilien hinaus \u2013 sie beeinflusst unser Verst\u00e4ndnis von Qualit\u00e4t, Langlebigkeit und dem wahren Wert unserer Garderobe.<\/p>\n<h2>Definition und Grundlagen der ethischen Mode<\/h2>\n<p>Ethische Mode umfasst Praktiken und Produkte, die sowohl \u00f6kologische Nachhaltigkeit als auch soziale Verantwortung in den Mittelpunkt stellen. Sie ber\u00fccksichtigt den gesamten Lebenszyklus eines Kleidungsst\u00fccks \u2013 von der Gewinnung der Rohstoffe \u00fcber die Produktion bis hin zur Entsorgung. Ein zentrales Anliegen ist die Minimierung negativer Umweltauswirkungen bei gleichzeitiger Gew\u00e4hrleistung fairer Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette.<\/p>\n<p>Im Kern geht es bei ethischer Mode darum, einen Gegenpol zur Fast Fashion zu bilden. Statt auf Massenproduktion und schnelllebige Trends setzt sie auf Qualit\u00e4t, Langlebigkeit und zeitloses Design. Ethische Modemarken streben danach, Ressourcen effizient zu nutzen, Abf\u00e4lle zu reduzieren und innovative, umweltfreundliche Materialien einzusetzen.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Aspekt ist auch die Transparenz. Ethische Modemarken legen grossen Wert darauf, ihre Produktionsprozesse und Lieferketten offenzulegen. Dies erm\u00f6glicht es Verbrauchern, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen besser zu verstehen.<\/p>\n<h2>Nachhaltige Materialien und Produktionsprozesse<\/h2>\n<p>Die Wahl der richtigen Materialien und Produktionsmethoden spielt eine Schl\u00fcsselrolle in der ethischen Mode. Innovative Ans\u00e4tze revolutionieren die Art und Weise, wie Textilien hergestellt und verarbeitet werden, mit dem Ziel, den \u00f6kologischen Fussabdruck zu minimieren und gleichzeitig die Qualit\u00e4t zu maximieren.<\/p>\n<h3>\u00d6kologisch zertifizierte Baumwolle und Bio-Fasern<\/h3>\n<p>\u00d6kologisch zertifizierte Baumwolle ist ein Grundpfeiler nachhaltiger Textilproduktion. Im Gegensatz zu konventioneller Baumwolle wird sie ohne den Einsatz von sch\u00e4dlichen Pestiziden oder gentechnisch ver\u00e4ndertem Saatgut angebaut. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Landwirte. Der Wasserverbrauch bei Bio-Baumwolle ist zudem deutlich geringer als bei konventionellem Anbau.<\/p>\n<p>Neben Bio-Baumwolle gewinnen auch andere nachhaltige Fasern an Bedeutung. Materialien wie Tencel (aus Holzzellstoff), Modal (aus Buchenholz) oder Bambusfasern bieten umweltfreundliche Alternativen mit hervorragenden Eigenschaften hinsichtlich Komfort und Haltbarkeit.<\/p>\n<h3>Recycelte und Upcycled-Materialien in der Modebranche<\/h3>\n<p>Die Verwendung von recycelten Materialien ist ein wichtiger Trend in der ethischen Mode. Plastikm\u00fcll aus den Ozeanen wird zu Polyesterfasern verarbeitet, alte Fischernetze finden ein neues Leben als Nylon f\u00fcr Badebekleidung, und ausrangierte Textilien werden zu neuen Stoffen aufbereitet. Diese innovativen Ans\u00e4tze tragen dazu bei, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und Abf\u00e4lle zu minimieren.<\/p>\n<p>Upcycling geht noch einen Schritt weiter, indem es Abfallmaterialien oder ungenutzte Produkte in hochwertige Mode verwandelt. Designer kreieren aus alten Jeans, Vintage-Stoffen oder sogar industriellen Abf\u00e4llen einzigartige St\u00fccke, die nicht nur \u00e4sthetisch ansprechend sind, sondern auch eine Geschichte erz\u00e4hlen.<\/p>\n<h3>Wassersparende und chemikalienfreie F\u00e4rbetechniken<\/h3>\n<p>Die konventionelle Textilf\u00e4rbung ist einer der umweltsch\u00e4dlichsten Prozesse in der Modeproduktion. Ethische Modemarken setzen daher auf innovative F\u00e4rbetechniken, die den Wasserverbrauch drastisch reduzieren und auf giftige Chemikalien verzichten. Zu den vielversprechenden Ans\u00e4tzen geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00e4rben mit CO2 statt Wasser<\/li>\n<li>Einsatz von Pflanzenfarbstoffen<\/li>\n<li>Digitaldruck f\u00fcr pr\u00e4zise und abfallfreie F\u00e4rbung<\/li>\n<li>Enzymatische F\u00e4rbeverfahren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Technologien erm\u00f6glichen nicht nur eine umweltfreundlichere Produktion, sondern oft auch brillantere Farben und eine bessere Farbechtheit.<\/p>\n<h3>Kreislaufwirtschaft in der Textilproduktion<\/h3>\n<p>Das Konzept der Kreislaufwirtschaft gewinnt in der ethischen Mode zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, Ressourcen so lange wie m\u00f6glich im Wirtschaftskreislauf zu halten und Abf\u00e4lle zu minimieren. In der Praxis bedeutet dies, dass Kleidungsst\u00fccke so designt und produziert werden, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus vollst\u00e4ndig recycelt oder kompostiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einige Marken gehen sogar so weit, R\u00fccknahmesysteme f\u00fcr ihre Produkte einzurichten. Kunden k\u00f6nnen getragene Kleidung zur\u00fcckgeben, die dann recycelt oder zu neuen Produkten verarbeitet wird. Diese Ans\u00e4tze erfordern ein Umdenken im Design und in der Materialauswahl, f\u00f6rdern aber langfristig eine nachhaltigere Modeproduktion.<\/p>\n<h2>Faire Arbeitsbedingungen und soziale Verantwortung<\/h2>\n<p>Ethische Mode beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf Umweltaspekte, sondern legt ebenso grossen Wert auf faire Arbeitsbedingungen und soziale Verantwortung. Die Gew\u00e4hrleistung sicherer Arbeitspl\u00e4tze, angemessener L\u00f6hne und ethischer Praktiken entlang der gesamten Lieferkette ist ein zentrales Anliegen der Bewegung.<\/p>\n<h3>Zertifizierungen wie Fair Trade und GOTS<\/h3>\n<p>Zertifizierungen spielen eine wichtige Rolle, um ethische Praktiken in der Modeindustrie zu f\u00f6rdern und f\u00fcr Verbraucher transparent zu machen. Fair Trade-Zertifizierungen stellen sicher, dass Produzenten faire Preise f\u00fcr ihre Produkte erhalten und unter menschenw\u00fcrdigen Bedingungen arbeiten. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) geht noch weiter und ber\u00fccksichtigt neben sozialen Kriterien auch \u00f6kologische Aspekte in der gesamten Textilproduktion.<\/p>\n<p>Diese Zertifizierungen bieten Verbrauchern eine Orientierungshilfe beim Kauf ethischer Mode. Sie garantieren, dass bestimmte Standards eingehalten werden und erm\u00f6glichen es Kunden, fundierte Entscheidungen zu treffen.<\/p>\n<h3>Transparenz in der Lieferkette und R\u00fcckverfolgbarkeit<\/h3>\n<p>Transparenz ist ein Schl\u00fcsselelement ethischer Mode. Immer mehr Marken legen ihre Lieferketten offen und erm\u00f6glichen es Kunden, die Herkunft ihrer Kleidung bis zum Ursprung zur\u00fcckzuverfolgen. Diese Transparenz schafft Vertrauen und macht die Auswirkungen von Kaufentscheidungen greifbarer.<\/p>\n<p>Einige Unternehmen gehen so weit, detaillierte Informationen \u00fcber ihre Produktionsst\u00e4tten, Arbeitsbedingungen und sogar die Kostenstruktur ihrer Produkte zu ver\u00f6ffentlichen. Dies erm\u00f6glicht es Verbrauchern, besser zu verstehen, wie der Preis eines Kleidungsst\u00fccks zustande kommt und welchen Wert es tats\u00e4chlich hat.<\/p>\n<h3>Living Wage Initiativen in der Modeindustrie<\/h3>\n<p>Ein zentrales Anliegen ethischer Mode ist die Gew\u00e4hrleistung existenzsichernder L\u00f6hne f\u00fcr alle Arbeiter in der Lieferkette. Living Wage Initiativen setzen sich daf\u00fcr ein, dass Arbeiter nicht nur den gesetzlichen Mindestlohn erhalten, sondern einen Lohn, der tats\u00e4chlich zum Leben ausreicht.<\/p>\n<p>Diese Initiativen erfordern oft eine Neuberechnung der Kostenstrukturen und k\u00f6nnen zu h\u00f6heren Preisen f\u00fcr Endverbraucher f\u00fchren. Ethische Modemarken argumentieren jedoch, dass dies der wahre Preis f\u00fcr fair produzierte Kleidung ist und langfristig zu einer gerechteren und nachhaltigeren Industrie f\u00fchrt.<\/p>\n<h2>Ver\u00e4nderte Konsummuster durch ethische Mode<\/h2>\n<p>Die zunehmende Verbreitung ethischer Mode f\u00fchrt zu einem tiefgreifenden Wandel in unserem Konsumverhalten. Verbraucher hinterfragen zunehmend die Herkunft ihrer Kleidung, die Bedingungen, unter denen sie hergestellt wurde, und ihre Auswirkungen auf die Umwelt. Dieser Bewusstseinswandel manifestiert sich in verschiedenen Trends und Bewegungen.<\/p>\n<h3>Slow Fashion Bewegung und bewusster Konsum<\/h3>\n<p>Die Slow Fashion Bewegung steht im direkten Gegensatz zum schnelllebigen Konsum der Fast Fashion. Sie propagiert einen bewussteren, langsameren Ansatz zum Kleidungskauf. Statt st\u00e4ndig neue Trends zu verfolgen, liegt der Fokus auf zeitlosen, hochwertigen St\u00fccken, die lange halten und vielseitig kombinierbar sind.<\/p>\n<p>Bewusster Konsum bedeutet auch, die eigenen Bed\u00fcrfnisse kritisch zu hinterfragen. Verbraucher werden ermutigt, vor jedem Kauf zu \u00fcberlegen: Brauche ich dieses St\u00fcck wirklich? Passt es zu meinem vorhandenen Kleiderschrank? Werde ich es lange tragen? Diese Fragen f\u00fchren oft zu einer Reduzierung des Gesamtkonsums und einer h\u00f6heren Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die vorhandene Garderobe.<\/p>\n<h3>Capsule Wardrobe Konzept und Minimalismus<\/h3>\n<p>Das Capsule Wardrobe Konzept gewinnt im Zuge der ethischen Modebewegung zunehmend an Popularit\u00e4t. Es basiert auf der Idee, den Kleiderschrank auf eine begrenzte Anzahl vielseitiger, qualitativ hochwertiger St\u00fccke zu reduzieren, die gut miteinander kombinierbar sind. Dieser minimalistische Ansatz f\u00f6rdert nicht nur einen bewussteren Konsum, sondern auch eine klarere pers\u00f6nliche Stilfindung.<\/p>\n<p>Minimalismus in der Mode geht \u00fcber die reine Reduzierung der Kleidermenge hinaus. Er ermutigt zu einer tieferen Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Priorit\u00e4ten. Viele Anh\u00e4nger berichten von einem Gef\u00fchl der Befreiung und einer gesteigerten Zufriedenheit mit ihrer Garderobe, wenn sie sich von \u00fcberfl\u00fcssigen St\u00fccken trennen.<\/p>\n<h3>Second-Hand und Vintage als ethische Alternativen<\/h3>\n<p>Der Trend zu Second-Hand und Vintage-Mode erlebt im Rahmen der ethischen Modebewegung einen regelrechten Boom. Der Kauf gebrauchter Kleidung wird nicht mehr als Notl\u00f6sung, sondern als stilbewusste und nachhaltige Wahl betrachtet. Plattformen f\u00fcr den Wiederverkauf von Kleidung erleben ein exponentielles Wachstum, und auch traditionelle Modemarken integrieren zunehmend Second-Hand-Angebote in ihr Gesch\u00e4ftsmodell.<\/p>\n<p>Vintage-Mode bietet nicht nur eine nachhaltige Alternative, sondern erm\u00f6glicht es Konsumenten auch, einzigartige St\u00fccke zu finden und ihren individuellen Stil auszudr\u00fccken. Die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Geschichte und Handwerkskunst \u00e4lterer Kleidungsst\u00fccke w\u00e4chst, was zu einer Neubewertung von \u201ealt\u201c versus \u201eneu\u201c in der Mode f\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Sharing Economy im Modebereich: Leih- und Tauschplattformen<\/h3>\n<p>Die Sharing Economy macht auch vor der Modewelt nicht Halt. Kleiderverleihe und Tauschplattformen bieten Konsumenten die M\u00f6glichkeit, ihren Kleiderschrank zu erweitern, ohne neue St\u00fccke kaufen zu m\u00fcssen. Besonders f\u00fcr Anl\u00e4sse wie Hochzeiten oder Galas, bei denen oft teure Outfits nur einmal getragen werden, erweisen sich Leihservices als nachhaltige und kosteng\u00fcnstige Alternative.<\/p>\n<p>Kleider-Tauschpartys und Online-Tauschplattformen f\u00f6rdern nicht nur einen nachhaltigen Umgang mit Mode, sondern auch den sozialen Aspekt des Kleidungskonsums. Sie erm\u00f6glichen es, die Geschichte hinter einem Kleidungsst\u00fcck zu teilen und neue Verbindungen zu kn\u00fcpfen.<\/p>\n<h2>Marktf\u00fchrende ethische Modemarken und ihre Strategien<\/h2>\n<p>Ethische Modemarken revolutionieren die Branche mit innovativen Gesch\u00e4ftsmodellen und Produktionsans\u00e4tzen. Vorreiter wie Patagonia haben schon fr\u00fch auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung gesetzt und beweisen, dass ethisches Handeln und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen k\u00f6nnen. Ihre Strategien umfassen oft eine Kombination aus umweltfreundlichen Materialien, fairen Arbeitsbedingungen und transparenter Kommunikation.<\/p>\n<p>Neuere Marken wie Everlane setzen auf radikale Transparenz, indem sie die Kosten und Herstellungsprozesse ihrer Produkte offenlegen. Andere, wie Reformation, fokussieren sich auf die Minimierung des CO2-Fussabdrucks und die Verwendung von Recycling-Materialien. Diese Marken konzentrieren sich darauf, Mode zu schaffen, die nicht nur \u00e4sthetisch ansprechend, sondern auch ethisch vertretbar ist.<\/p>\n<p>Ein interessanter Ansatz kommt von Marken wie Mud Jeans, die ein Mietmodell f\u00fcr Jeans anbieten. Kunden k\u00f6nnen Jeans f\u00fcr einen monatlichen Betrag mieten und nach einem Jahr entweder behalten, zur\u00fcckgeben oder gegen ein neues Modell tauschen. Dies f\u00f6rdert nicht nur einen nachhaltigeren Konsum, sondern erm\u00f6glicht es dem Unternehmen auch, die Materialien effizient wiederzuverwerten.<\/p>\n<p>Gemeinsam ist diesen Vorreitern, dass sie Nachhaltigkeit und Ethik nicht als Marketinginstrument, sondern als Kernwert ihrer Unternehmensphilosophie betrachten. Sie zeigen, dass Mode nicht nur gut aussehen, sondern auch Gutes bewirken kann.<\/p>\n<h2>Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der ethischen Mode<\/h2>\n<p>Trotz des wachsenden Bewusstseins f\u00fcr ethische Mode steht die Branche vor erheblichen Herausforderungen. Die Umstellung auf nachhaltige Praktiken erfordert oft hohe Investitionen und kann kurzfristig zu h\u00f6heren Produktionskosten f\u00fchren. Gleichzeitig m\u00fcssen ethische Modemarken mit den niedrigen Preisen der Fast Fashion konkurrieren, was eine Gratwanderung zwischen Zug\u00e4nglichkeit und Nachhaltigkeit darstellt.<\/p>\n<h3>Preisgestaltung und Zug\u00e4nglichkeit nachhaltiger Mode<\/h3>\n<p>Eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen f\u00fcr ethische Mode ist die Preisgestaltung. Faire L\u00f6hne, nachhaltige Materialien und umweltfreundliche Produktionsmethoden f\u00fchren oft zu h\u00f6heren Kosten, die sich im Endpreis widerspiegeln. Dies kann ethische Mode f\u00fcr viele Verbraucher unerschwinglich machen und ihre Verbreitung einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Einige Marken versuchen, dieses Dilemma durch innovative Gesch\u00e4ftsmodelle zu l\u00f6sen. Sie setzen auf Direktvertrieb, um Zwischenh\u00e4ndlerkosten zu sparen, oder bieten Grundkollektionen zu erschwinglicheren Preisen an. Andere fokussieren sich auf Aufkl\u00e4rung, um Verbraucher vom Wert ethischer Mode zu \u00fcberzeugen und die Bereitschaft zu f\u00f6rdern, mehr f\u00fcr qualitativ hochwertige, nachhaltig produzierte Kleidung zu zahlen.<\/p>\n<h3>Technologische Innovationen f\u00fcr umweltfreundliche Textilien<\/h3>\n<p>Die Zukunft der ethischen Mode liegt in grossem Masse in technologischen Innovationen. Forscher und Unternehmen arbeiten an der Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Materialien und Produktionsmethoden. Beispiele hierf\u00fcr sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Laborgez\u00fcchtetes Leder aus Pilzmyzel<\/li>\n<li>Fasern aus recycelten Plastikflaschen oder Fischernetzen<\/li>\n<li>F\u00e4rbeverfahren mit Bakterien statt chemischen Farbstoffen<\/li>\n<li>3D-Druck-Technologien zur Reduzierung von Textilabf\u00e4llen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Innovationen versprechen nicht nur eine Verringerung der Umweltauswirkungen, sondern auch neue \u00e4sthetische M\u00f6glichkeiten und verbesserte Funktionalit\u00e4t. Die Herausforderung besteht darin, diese Technologien zu skalieren und wirtschaftlich rentabel zu machen.<\/p>\n<h3>Gesetzliche Rahmenbedingungen und Industriestandards<\/h3>\n<p>Die Entwicklung einheitlicher Standards und gesetzlicher Rahmenbedingungen ist entscheidend f\u00fcr die Zukunft der ethischen Mode. Aktuell gibt es eine Vielzahl von Zertifizierungen und Labels, was f\u00fcr Verbraucher verwirrend sein kann. Klare, international anerkannte Standards w\u00fcrden nicht nur die Transparenz erh\u00f6hen, sondern auch gleiche Wettbewerbsbedingungen f\u00fcr alle Akteure schaffen.<\/p>\n<p>Einige L\u00e4nder und Regionen gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Die EU arbeitet beispielsweise an Gesetzen zur Sorgfaltspflicht in Lieferketten, die Unternehmen f\u00fcr Menschenrechtsverletzungen und Umweltsch\u00e4den in ihrer Produktion haftbar machen w\u00fcrden. Solche Regelungen k\u00f6nnten einen signifikanten Einfluss auf die globale Modeindustrie haben und ethische Praktiken f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die Zukunft der ethischen Mode h\u00e4ngt davon ab, wie erfolgreich diese Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen. Es bedarf einer Kombination aus technologischen Innovationen, ver\u00e4nderten Konsummustern und unterst\u00fctzenden politischen Rahmenbedingungen, um eine wirklich nachhaltige und ethische Modeindustrie zu schaffen. Der Weg dorthin mag lang und komplex sein, aber die wachsende Bewegung f\u00fcr ethische Mode zeigt, dass ein grundlegender Wandel m\u00f6glich und notwendig ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wandel in der Modeindustrie hin zu ethischen Praktiken ver\u00e4ndert nicht nur die Art und Weise, wie Kleidung hergestellt wird, sondern auch wie wir als Verbraucher sie konsumieren. Ethische Mode stellt traditionelle Produktions- und Konsummuster in Frage und fordert uns&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":239,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,33],"tags":[],"class_list":["post-240","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog","category-blog-de"],"_aioseop_title":"","_aioseop_description":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=240"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":441,"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/240\/revisions\/441"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/239"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.suisse-sante.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}